Die Rolle der Polizei bei den Geschehnissen in Rostock vom Samstag spielte in den vergangenen Tagen eine große Rolle in den Medien, sowie bei der Blogger-Gemeinschaft.
Auch bei meinem Artikel gab es in den Kommentaren eine kleine Diskussion.
Mit dieser im Hinterkopf schlug folgende Meldung mit traurigem Gewicht ein. Die Welt schreibt in ihrem G8-Ticker:
+++ Heiligendamm, 20:42 Uhr +++
WELT-ONLINE-Reporterin Freia Peters berichtet, dass es gegen halb acht bei der Blockade des Haupttors des Zauns auf der Lindenallee fast zu einer Eskalation gekommen wäre. Ein schwarz gekleideter Vermummter stachelt zum Steine werfen auf. Schnell werden die Demonstranten skeptisch, er ist perfekt gekleidet. „Das ist ein Zivilbulle!“ ruft einer. Hunderte rennen auf ihn zu und rufen „verpiss Dich!“, einige sammeln Steine im Kiesbecken der Molli-Bahn und ziehen ihre Vermummungen hoch. Block-G-8-Aktivist Henning Obens rennt mit seinem Megafon herbei und spricht den jungen Mann an, wo er herkomme, wie er heiße, doch er bleibt stumm, die Menge tobt.
Zeitgleich marschiert eine Hundertschaft von Süden auf die Straße in Richtung Zaun, vorbei den Blockierern. Obens schützt den Vermummten mit seinem Körper und zerrt ihn zur Polizei. Dort wird er von den Beamten in Empfang genommen und hinter die Polizeisperre gezogen. Offenbar war der Vermummte ein „Agent Provokateur“. Linke Gruppen werfen der Polizei vor, mit solchen Zivilpolizisten die Stimmung beim Gipfel in Genua angeheizt zu haben.
Um ein Haar wäre die Situation eskaliert, doch wenig später beruhigt sich die Menge wieder. Zeitgleich wird eine Blockade in Vorder Bollhagen von der Polizei mit Wasserwerfern geräumt. Es scheint, als wollen die Beamten auch am Haupttor räumen. Immer näher fahren zwei Wasserwerfer und ein Räumungsfahrzeug auf die Blockierer zu. Eigentlich gibt es keinen Grund dazu – die Demonstranten sind friedlich.
Jetzt liegt es an den öffentlichen Medien, die Augen, Ohren und Kameras offen zu halten. Sollte sich diese Genua-verdächtige Aktion als wahr herausstellen, wäre das ein nicht zu übertreffender Skandal!
via rotem Blog
Update: (07.06.2007, 2:00)
Ärgerlich, eine Kamera von N-TV war auch vor Ort…
[...] An den G8-Gipfel von vor knapp mehr als 4 Monaten kann sich vermutlich kaum noch einer erinnern. Wer die Einzeilheiten noch aus den hinteren Ecken des Langzeitgedaechtnisses rauskramen kann erinnert sich auch evtl. noch an die ein oder andere zweifelhafte Aktion im Bezug auf die Bundeswehr. Unverhofft hat es da wohl heute im Hinterzimmer eine kleine Mitteilung gegeben, nachdem die Linksfraktion erhebliche Kritik an der Beteiligung geaeussert hatte und dieser Kritik auch durch offizielle Wege Nachdruck verliehen hatte. In immerhin 2 Saetzen heisst es auf der Seite des Deutschen Bundestages: Die Bundeswehr hat beim G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni dieses Jahres ausschließlich technisch-logistische Hilfe geleistet und sich damit unterhalb der Schwelle zu einem Einsatz befunden. […] [...]