Nachdem ich mich in den letzten Tagen ja vermehrt mit Party- und Social Life-Reportagen beschaeftigt habe, wird es nun mal wieder Zeit fuer ein wenig informativen Content
Heute moechte ich mal kurz meine Wohnsituation vorstellen. Nachdem ich im Moment leider keine DigiCam mehr zur Verfuegung habe, werde ich weiter Bilder wohl nachreichen muessen. Fuer heute soll ein Blick von oben genuegen.
Wir befinden uns auf der des Berges Hradschin im Westen der Stadt. Menschen die Prag bereits besucht haben, sollte der Berg nicht zuletzt deshalb ein Begriff sein, da hier oben sowohl das groesste geschlossene Burgareal der Welt (die Prager Burg), als auch das Kloster Strahov zu finden sind. Demnach ist der Berg entsprechender Anziehungsort fuer den klassichen Prag-Touristen.
Was ein großer Teil der Touristen nicht mitkriegen wird ist, dass ein paar hundert Meter weiter ein Studentenwohnheim angesiedelt ist, in dem rund 5000 Stundenten beheimatet sind. Man kann das Areal durchaus als Siedlung bezeichnen, denn neben Supermaerkten und dem großen Restaurant-Komplex gibt es auch Sportplaetze und andere Freizeitaktivitaeten. Hinzu kommt, dass jeder Block seinen eigenen ‘Club’ im Erdgeschoss hat. Von orientalischer Tee- und Wasserpfeifen-Athmodphaere bis zum Club 011 mit seinen 15 Kicker-Tischen ist hier fuer jeden etwas dabei. Die Wohnflaeche besteht aus 12 Wohnblocks, die beim ersten Hinsehen eher an eine frisch zerbombte Ostblock-Siedlung erinnern. Von all dem Prunk der nur ein paar Steinwuerfe entfernten Prager Burg ist hier auf jeden Fall nicht viel zu erkennen.
Ich wohne im rot eingekreisten Block 8. Dieser Block wurde vor einigen Jahren renoviert und bietet Unterkunft fuer auslaendische Studenten und einheimische mit entsprechenden Kontakten. Die anderen Behausungen der tschechischen Studenten sind fuer uns verwoehnte Westeuropaeer kaum vorstellbar. Ein eigenes Bad fuer nur vier Leute (wie bei uns im Block
ist da unvorstellbar. Ganz abgesehen vom luxurioesen Platzangebot von ca 25qm pro Doppelzimmer.
Luxus hin oder her. Fakt ist: Hier oben wird gelebt! Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und leidende Gesichter habe ich hier auch noch nicht gesehen. Von der guten Rundumversorgung im Mensa-/ Restaurant-Komplex hab ich ja bereits berichtet.
Zum Abschluss will ich noch dieses Stadion erwaehnen was auf dem Bild unschwer zu erkennen ist. Es handelt sich hierbei um das groesste Stadion der Welt – das Strahov-Station! Dieses unglaublich gigantische Bauwerk ist Stein gewordener Kommunismus. Diese unglaubliche Groesse wird deutlich wenn man es mit dem neuem normalen Stadion auf der linken Seite vergleicht, welches mit einem grossen Fussballstadion vergleichbar ist, wie man es auch aus dem Rest der Welt kennt, oder sich einfach vor Augen haelt, dass dort theoretisch der ganze Wohnheimskomplex reinpassen wuerde!
Das Strahov-Stadion selbst ist jedoch absolut unbrauchbar. Die Tribuenen, die einst hunderttausenden Zuschauern den Blick auf 9 (!) Fussballfelder freigaben, sind baufaellig und duerfen nicht mehr betreten werden. Teile des vor sich hin rottenden Gebaeudes werden fuer Fitness-Studios und ein Schwimmbad genutzt, mehr ist nicht mehr drin…
Jedes mal wenn ich an diesem Bauwerk vorbeigehe (mind. 2 mal pro Tag also), ergreift mich dieses gigantische Bauwerk, ungeachtet der unglaublichen Nutzlosigkeit und Haessligkeit! Eines Nachts muss ich mal da rein, um mal Fotos zu machen.
Und das – muss – fuer heute – reichen ….!

KRASS! wasgeht? das ist doch kein stadion!!!!!!! allein die pure unsinnigkeit neun fussballfelder auf einmal da rein zu bauen haut einen ja schon um..
naja aber schön dass ihr in einem solchen luxus lebt und schon die einheimischen mobbt – nene
Was? Mobben? Oje, da ist glaub was falsch angekommen – ganz im Gegenteil. Man gewoehnt sich schnell ab sich ueber Nebensaechlichkeiten zu beklagen, wenn man sieht wie hier die einheimishcen Studenten leben. Und das nicht nur fuer nen Semester sondern fuer Jahre …
Ist eher eine Art von Respekt. Der Durchschnittsdeutsche wuerde wahrscheinlich an seiner Mokelei zu Grunde gehen
Zum Stadion – genau so seh ich das auch. Aber das muss man mal live gesehen haben das Geraet!